Jugendbeteiligung
Der Deutsche Multimediapreis mb21 verfolgt zwei wesentliche Ziele: Zum einen möchte er junge Menschen zu einem selbstbestimmten, kritischen und eigenständigen Umgang mit digitalen Medien ermutigen. Zum anderen legt er großen Wert darauf, ihren Stimmen und Meinungen mehr Aufmerksamkeit und Gehör zu verschaffen. Dies geschieht auf vielfältige Weise, zum Beispiel durch die Präsentation und Veröffentlichung herausragender Medienproduktionen. Darüber hinaus werden Jugendliche aktiv in die Gestaltung und Organisation des Wettbewerbs einbezogen. Wie genau das geschieht, erfahrt ihr hier!
Juryarbeit
An der Juryarbeit des Deutschen Multimediapreises mb21 sind verschiedene Akteur*innen beteiligt. Neben der Hauptjury, die sich aus Expert*innen verschiedener medialer Fachbereiche zusammensetzt, werden auch junge Menschen in die Begutachtung der Wettbewerbseinreichungen einbezogen. Die Vorauswahl der besten Projekte erfolgt vor allem durch Kinder und Jugendliche in ihrer jeweiligen Altersgruppe. Jede Gruppe wird von einer erwachsenen Person begleitet, die über medienbezogenes Wissen verfügt. Diese Begleitung soll lediglich unterstützend wirken und die Entscheidungen der jungen Vorjury nicht beeinflussen. In der Sitzung der Hauptjury, in der schließlich die Preisträger*innen bestimmt werden, sind zwei der insgesamt neun Jurysitze für Jugendjuryplätze reserviert, ein weiterer Sitz ist ehemaligen Preisträger*innen vorbehalten. Ab 2023 wird zudem unser Jugendbeirat mit zwei Vertreter*innen anwesend sein, um auch ihre Perspektive einzubringen.
Jugendbeirat
2022 wurden landesweit Mitglieder für den ersten Jugendbeirat in der Geschichte des Wettbewerbs gesucht. Die Suche erfolgte über eine öffentliche Ausschreibung und eine Social Media-Kampagne. Seit Oktober 2022 besteht der Jugendbeirat aus sechs jungen Menschen zwischen 16 und 20 Jahren, die in verschiedenen Regionen Deutschlands leben. Gemeinsam mit dem Organisationsteam des Wettbewerbs treffen sie sich, um aktuelle Arbeitsschritte zu besprechen, gemeinsame Ideen zu entwickeln und zu diskutieren. Seitdem steuert der Jugendbeirat bereits auch Gedanken und Ideen zu den mb21- Jahresthemen bei. Außerdem sind die Mitglieder des Jugendbeirats fester Bestandteil der Vorjury-Teams, min. ein Mitglied entscheidet auch in der Hauptjury mit. Die Beirät*innen sind zudem eingeladen, Partner*innenfestivals von mb21 zu besuchen, um den Wettbewerb dort zu vertreten und neue Inspirationen zu bekommen. In 2025 werden drei Plätze im Jugendbeirat frei - die übrigen Mitglieder unterstützen intensiv bei der Ausschreibung der freien Plätze und sind auch an der Auswahl der neuen mb21-Beirät*innen beteiligt.
"Ich nutze viele digitale Medien im Alltag. Neben Social Media höre ich gern Podcasts und lese Nachrichten, oder informiere ich mich über aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft. Manchmal spiele ich aber auch einfach zur Entspannung auf meinem Handy. Über Social Media habe ich die Möglichkeit, mich mit Freunden in ganz Deutschland zu vernetzen und trotz räumlicher Entfernung immer mit ihnen in Kontakt zu bleiben."
"Unser Bildungssystem sollte reformiert und modernisiert werden! Von daher würde ich versuchen, mit meinem digitalen Projekt einen Beitrag für ein gleichberechtigtes und modernes Bildungssystem zu leisten. Ich würde eine digitale Plattform erstellen, auf der jedermann kostenlos Zugang zu verschiedenen Bildungsangeboten hat. Da sollten sich Jugendliche nicht nur mit schulischen Themen beschäftigen können, sondern auch privat interessante Kurse besuchen - z.B. in Kunst, Sprache, Computerdesign oder Programmierung. Man könnte auch bisher analoge Angebote von Museen oder Kunstausstellungen und Archiven digitalisieren und damit für alle zugänglich machen. Dafür könnten wir bundesländerübergreifend mit verschiedenen Institutionen und Organisationen zusammenarbeiten."
"Ich bin Nadgemi Bonanga, komme aus Hessen und bin 18 Jahre alt. Ich hatte im Internet davon erfahren, dass der Deutsche Multimediapreis mb21 einen Jugendbeirat aufbauen wollte und fand, es ist eine tolle Idee, also versuchte ich mein Glück mit einem Motivationsschreiben und wurde somit Teil des Jugendbeirats."
"Ich als Jugendliche, oder Digital Native, wie man manchmal bezeichnet wird, bewege ich mich fast täglich in digitalen Medien. Egal, ob es etwas für die Schule ist, Anregungen gegen Langeweile oder Spiele. Ein großer Teil meines und des Lebens vieler anderer spielt sich digital ab. Mich fasziniert besonders, wie sehr digitale Medien den Alltag erleichtern und wie viel Gutes man durch diese vollbringen kann. Andererseits aber auch, wie man die Kehrseite davon, zum Beispiel Hate Speech oder Cyberkriminalität, am besten ausschaltet."
"Ich würde mir wünschen, dass niemand angefeindet wird. Man könnte dafür ein Projekt gegen Hass und Hetze im digitalen Raum machen, wobei jeder mitarbeiten könnte, der möchte. Denn viele bewirken viel."
"Auf den mb21 und den Jugendbeirat bin ich durch Insta aufmerksam geworden und es hat sofort mein Interesse geweckt."
"Durch Fotos, Memes und kurze Videos kann so viel mehr ausgedrückt werden, als es lange Sachtexte tun. Das Besondere daran ist, dass sie Menschen, egal wo auf der Welt, verbinden und man so in Kontakt treten kann. Unser jetziger Stand der digitalen Medien ist bereits erstaunlich, doch mich interessiert dabei besonders, wie sie sich noch weiterhin entwickeln und sie unser Leben nachhaltig beeinflussen werden."
"Wenn ich einen Wunsch frei hätte und etwas entwickeln könnte, um die Welt zu verbessern, wäre es eine App, die gezielt und nachhaltig Lebensmittelverschwendung entgegenwirkt. Es werden ohnehin viel zu viele Lebensmittel weggeworfen, nur weil sie nicht mehr frisch sind und ihr MHD erreicht bzw. überschritten haben - und das in einer Welt, in der gleichzeitig Millionen von Menschen hungern. Daher die Idee, Lebensmittel mit QR-Codes zu versehen, die, wenn man sie mit unserer passenden App scannt, Auskunft geben, wie lange das Produkt noch haltbar ist. Dies soll über einen Balken, der sich von grün (noch lange haltbar) zu rot (über MHD) färbt, funktionieren. Das Besondere daran ist allerdings, dass mit jeder Stufe die Reduzierung des Preises steigt und der Preis an sich sinkt. So kann man Arbeitskraft und Zeit für die Kontrolle von Lebensmitteln, deren MHD und für das Anbringen von Reduzierungsstickern einsparen. Dafür würde ich mit meiner Schwester zusammenarbeiten, da wir uns gegenseitig ergänzen und ihr das Verhindern von Lebensmittelverschwendung auch am Herzen liegt."
"Ich heiße Ellen Grösel und bin über einen Newsletter auf den mb21-Jugendbeirat aufmerksam geworden. Da mich Fotografie, Film und Kunst begeistern, habe ich mich per E-Mail bei Katharina gemeldet und konnte 2025 bereits bei der Preisverleihung dabei sein, was für mich total inspirierend war."
"Digitale Medien bedeuten für mich vor allem, über Distanz kommunizieren und sich austauschen zu können, aber wenn ich über digitale Medien nachdenke, denke ich auch immer an Selbstdarstellung. Was mich besonders fasziniert, ist das menschliche Verhalten im Umgang mit digitalen Medien sowie die Interaktion zwischen Technik und Mensch."
"Mit KI das Schulsystem reformieren. Also ein System zu schaffen, in dem Kinder aus persönlichem Interesse und individueller Lerngeschwindigkeit lernen können, um bessere und gerechtere Bildungschancen zu ermöglichen."
